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Der Rosenkranz- Quelle der Freude und des Trostes!

"Ich beschwöre euch, betet täglich den Rosenkranz!

Louis-Marie Grignion de Montfort

* 31. Januar 1673 in Montfort-sur-Meu, Frankreich; † 28. April 1716 in Saint Laurent-sur-Sèvre bei Cholet, Frankreich

Ihr werdet einmal im Himmel den Tag und die Stunde lobpreisen, da ihr mir geglaubt habt." Dieser eindringliche Appell des "Rosenkranzapostel" Ludwig Maria Grignion de Montfort ist nur eine von vielen hundert Stimmen von Heiligen und Päpsten, die uns den unendlich hohen Wert des Rosenkranzgebets nahe legen. Allein über 200 päpstliche Bullen, Rundschreiben, Breven und Erlässe über den Rosenkranz sind vom Heiligen Stuhl erlassen worden. Papst Gregor XIII. schrieb dem Rosenkranz allein den Sieg über die Türken bei Lepanto am 7. Oktober 1571 zu, Papst Johannes Paul II. erklärte ihn als das einzig wirksame Heilmittel gegen den drohenden Atomkrieg und apokalyptische Gefahren. Nicht zuletzt ist es die Gottesmutter selbst, die bei all ihren Erscheinungen unermüdlich zum Rosenkranzbeten als rettendes Mittel und als sicherste Waffe gegen Hölle und Teufel auffordert.

Wie kann es bei so viel Autorität noch Zweifel geben am Wert des Rosenkranzes oder ein Zögern, den Aufrufen, ihn täglich zu beten, Folge zu leisten? Und doch gibt es nicht wenige Christen, die sich mit ihm schwer tun, ihn gar als altmodisches "Geleiere" be-, ja verurteilen. Leider hat, wer so denkt, den Sinn und Wert dieses heiligen Gebets nie in seiner tiefen Dimension erfasst Grund genug, darüber einmal genauere Betrachtungen anzustellen.

"Wenn ihr betet, so sollt ihr nicht plappern wie die Heiden", mahnt uns Christus im Evangelium. Nun bedeuten die ständig wiederholten Gebetsformeln im Rosenkranz alles andere als ein Geplappere (es sei denn, man leiert sie wirklich nur geistlos herunter), sondern sind Ausdruck einer zutiefst meditativen Gebetsform. Die Wiederholungen erzeugen einen die innere Versenkung (in die zu betrachtenden Geheimnisse) fördernden Rhythmus, der die Seele zur Ruhe kommen lässt und sie zur Verbindung mit Gott einstimmt. Solche Formen der Meditation - ebenso wie das damit verbundene Abzählen an Gebetsriemen oder Perlen - entspringen einer uralten Tradition, die schon im alten Judentum zu finden ist. Es war der Karthäusermönch Dominikus von Preußen, der zu Beginn des 15. Jahrhunderts diese Praxis für das Christentum übernahm und die wesentlichsten Ereignisse des Lebens Jesu in 50 Schlusssätzen, die jeweils im Anschluss an das Ave Maria gebetet wurden, zusammenfasste. Der Legende zufolge soll freilich bereits im Jahr 1208 ein anderer Dominikus der heilige Gründer des Dominikanerordens den Rosenkranz bei einer Marienerscheinung empfangen haben. Wie auch immer - im 15. und 16. Jahrhundert wurde der Rosenkranz in seiner heutigen Form in der gesamten Christenheit populär und unzählige wundersame Gebetserhörungen sind seitdem den Gläubigen Beweis dafür, dass er wahrhaft "das Heil der Christen" (Papst Klemens VIII.) ist.

Es ist seine Verbindung mit den Heilsgeheimnissen der Christentums, die ihn dazu macht. Das Einzigartige am Rosenkranz ist, dass er eine Kombination von gesprochenem und von innerem, betrachtendem Gebet darstellt. Mit jedem Gesätzchen, das aus einem Vaterunser, zehn Ave Maria und einem Ehre sei dem Vater besteht, wird eines der großen Mysterien des christlichen Glaubens - von der Fleischwerdung Christi bis zu Pfingsten und darüber hinaus bis zu Mariä Krönung durch und mit Maria betrachtet. So wird der Rosenkranz zum Evangelium in Kurzform und ihn zu beten, ist "nichts anderes, als mit Maria das Antlitz Christi betrachten", wie Johannes Paul II. in "Rosarium Virginis Mariae" schrieb.

Sein Vorgänger Paul VI. hat im Apostolischen Schreiben "Marialis Cultus" auf die entscheidende Bedeutung der Betrachtung hingewiesen: "Ohne Betrachtung ist der Rosenkranz ein Leib ohne Seele, und das Gebet läuft Gefahr, zu einer mechanischen Wiederholung von Formeln zu werden ..... Seiner Natur nach verlangt das Rosenkranzgebet einen ruhigen Rhythmus und ein besinnliches Verweilen, was dem Betenden die Betrachtung der Geheimnisse im Leben des Herrn erleichtert und diese gleichsam mit dem Herzen derjenigen schauen lässt, die dem Herrn am nächsten stand. So werden sich ihm die unergründlichen Reichtümer dieser Geheimnisse erschließen."

Die Vaterunser und Ave Maria, die wir wiederholen, während unsere Finger an den Perlen der Gebetsschnur entlang wandern, sind also nichts anderes als eine Begleitung der 15 Heilsgeheimnisse, aus denen der klassische Psalter besteht. Papst Johannes Paul II. hat ihn im Jahr 2002 um die fünf lichtreichen Geheimnisse bereichert.

Es mag verwundern, den Rosenkranz auch als ausgesprochen ökumenisches Gebet zu bezeichnen. Doch es sind diese Geheimnisse zusammen mit den, vom Himmel her kommenden, Gebeten aus der Schrift - das von Christus gelehrte Vaterunser und der Gruß des Erzengels Gabriel an Maria - die den Rosenkranz zu einem wahrhaft biblischen Gebet machen. Nicht Maria steht dabei im Zentrum, sondern ihr Sohn Jesus Christus. Bekanntlich aber führt der wirksamste Weg zum Sohn durch die Mutter, durch Maria zu Jesus und so werden wir beim Rosenkranz an den Händen jener zu Christus geführt, die am engsten mit ihm verbunden ist, die ihn empfangen, geboren, auf seinen Lebensstationen begleitet hat und die, wie es in der Schrift heißt, "alles, was geschehen war, in ihrem Herzen bewahrte und darüber nachdachte." Mit ihr erinnern wir uns im Rosenkranz an diese Stationen, nehmen sie ebenfalls in unsere Herzen auf und sinnen darüber nach. Jedes dieser Mysterien wird beim Beten zu einem Impuls für unser eigenes Leben und unseren eigenen Glauben, für unsere spezielle Situation oder die Intention, für die wir beten. Wer mit dieser Gesinnung den Rosenkranz betet, wird seinen großen Wert wirklich erfahren.

Auf diese Weise wird der Rosenkranz vom meditativen, betrachtenden Gebet auch zum mächtigen Bittgebet. Wir wenden uns dabei an Maria als die mächtige Fürbitterin, der ihr Sohn keine Bitte abschlägt. Vergessen wir niemals: Das erste Wunder, das Jesus für die Menschen wirkte, geschah auf Fürsprache Mariens: Es war die Wandlung von Wasser in Wein bei der Hochzeit zu Kanaa. Maria selbst hat dabei nichts anderes getan, als die Menschen, die sich in ihrer Hilflosigkeit an sie wandten, auf ihren Sohn hinzuweisen: "Tut alles, was er euch sagt." Dieses Geschehen wiederholt sich auch bei jedem Beten des Rosenkranzes: Wir wenden uns an Maria als die Mittlerin und Fürsprecherin; sie wiederum führt uns zu ihrem Sohn. Im Bittgebet gewinnen die unablässigen Wiederholungen der Gebetsformeln neben ihrem meditativen Charakter so noch eine zusätzliche Bedeutung: Der Rosenkranz wird dadurch zum beharrlichen Gebet, zu dem Jesus uns aufgefordert und das zu erhören Er in der Erzählung von der kanaanitischen Frau (Mt. 15,21-28) sowie dem Gleichnis von der Witwe und dem harten Richter (Lk. 18, 1-8) verheißen hat.

Wer sich dies alles vor Augen führt, der wird nicht anders können als den Rosenkranz als einen der kostbarsten Schätze unseres Glaubens lieben zu lernen und ihn täglich mit Freuden zu beten. Die Gebetsschnur, an der die Perlen des Rosenkranzes aufgereiht sind, wird für ihn mehr und mehr zu einem Band werden, das ihn immer fester an Maria und Jesus in Liebe "fesselt" und mit den Worten des seligen Bartolo Longo wird auch er bald mit Freuden ausrufen können:

,,0 Rosenkranz, gesegnet von Maria, süße Kette, die uns an Gott bindet, Band der Liebe, das uns mit den Engeln vereint, Turm des Heiles gegen die Angriffe der Hölle, sicherer Hafen im allgemeinen Schiffbruch, dich lassen wir nie mehr los. "

Quelle

Zeitschrift: Erneuerung in Christus

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Das sechste Gesätz des Rosenkranzes

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