Wunder und Heilungen durch das Rosenkranzgebet

Geschichte des Rosenkranzapostels Bartolo Longo

Als Bartolo Longo 1864 im Alter von 23 Jahren an der Universität von Neapel seinen Doktortitel der Rechtswissenschaften erwirbt, ahnt noch niemand, daß aus ihm einmal ein Seliger der Kirche und der Gründer des größten Rosenkranzheiligtums der Welt werden sollte. Ganz beeinflußt von der Philosophie Hegels und Renans gerät der junge Advokat, der noch als Kind die Muttergottes tief verehrte und den Tag seiner ersten Hl. Kommunion als "schönsten Tag seines Lebens" empfand, in spiritistische und kirchenfeindliche Kreise. Die okkulten Sitzungen, an denen er teilnimmt, verwirrten Bartolo Longo immer mehr.

Ein Freund rät ihm dringend zu einem Gespräch mit dem Dominikanerpater Radente. Doch erst als er in der Nacht zum Herz-Jesu-Fest 1865 glaubt, seine Mutter mit der innigen Bitte zu hören, wieder zum Glauben zurückzukehren, reist er zu Pater Radente, der in Porta Medina eine Rosenkranzkirche betreut. Mit dem Schritt in diese Rosenkranzkirche aber macht Bartolo Longo nicht nur den Schritt zurück zum persönlichen Heil, sondern auch den, zu einem der größten Apostel des Rosenkranzgebetes zu werden. Im Beichtstuhl von Pater Radente nämlich geschieht das Wunder der Bekehrung: Tränenüberströmt, aber gläubig und glücklich tritt Bartolo Longo heraus. Von nun an sollte sein Leben einzig der Verherrlichung Gottes, der Verbreitung des Rosenkranzgebetes und der Hilfe für die Ärmsten der Gesellschaft dienen. Am Rosenkranzfest 1871 wird er in den Dritten Orden des hl. Dominikus aufgenommen.

Er weiht sich ganz der Gottesmutter und nimmt den Ordensnamen "Bruder Rosenkranz" an. Dieser Name wird ihm zur Lebensaufgabe. Longo begibt sich in die Gegend der im Jahre 79 durch den Ausbruch des Vesuvs untergegangenen Stadt Pompeji, um die arme Landbevölkerung dort zu evangelisieren und sie mit dem Rosenkranzgebet vertraut zu machen. Von Pater Radente in Neapel erhält er dafür ein altes, unscheinbares Rosenkranzbild, das dieser einmal bei einem Trödler erstanden hat. Bartolo Longo ist zunächst enttäuscht. Das Bild scheint ihm wertlos, alt und beschädigt. Notdürftig läßt er es restaurieren und in einem Karren nach Pompeji bringen. Doch dieses verkannte Gemälde der Rosenkranzkönigin erweist sich als echtes Gnadenbild:
Viele Wunder und Heilungen geschehen. Die Menschen kommen in Scharen. Longo sammelt für den Bau eines Rosenkranzheiligtums, in dem das Gnadenbild seinen Platz finden soll. Wie vom Himmel geführt, begegnet er dabei immer wieder Menschen, die das Werk unterstützen. Nicht nur das Gotteshaus, das zur Wallfahrtskirche wird, entsteht, sondern auch eine neue Stadt um das Heiligtum herum, die Città Mariana, eine Marianische Stadt, geprägt von Gebet und Nächstenliebe. Doch mit dem Bau des Heiligtums ist das Werk des Rosenkranzapostels nicht beendet. Er gibt bald eine Rosenkranz- zeitschrift heraus, die in hunderttausendfacher Auflage verbreitet wird. Und er schenkt der Muttergottes einen "lebendigen Rosenkranz" - bestehend aus armen Kindern, die er aufnimmt, ihr weiht und die er versorgt. Besonders der "verlorenen" Kinder von Strafgefangenen nimmt er sich an. In seinen Heimen finden sie Liebe und Wohnstatt. Zur Pflege dieser Kinder gründet er eigens eine Schwesternkongregation, die "Töchter des Hl. Rosenkranzes von Pompeji".
Vor dem Ende seines langen und segensreichen Lebens kann der 1980 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochene Bartolo Longo zu Recht sagen: "Wer hätte es geahnt, daß das beschädigte Bild, das auf einem Mistwagen in Pompeji angekommen war, ein Werk des Heiles für unzählige Seelen würde!"

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